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Die Fachärzte für Innere Medizin in der internistischen Praxis Mönkebergstraße

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Harnsäure und Gicht

Gicht wird durch eine Hyperurikämie verursacht. Diese wiederum entsteht, wenn vermehrt Harnsäure gebildet wird oder wenn die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren vermindert ist. Harnsäure ist schlecht wasserlöslich. Deshalb bilden sich Kristalle, die sich in den Gelenken ablagern und typische Gichtsymptome auslösen können. Werden dazu noch weiße Blutkörperchen (Leukozyten) chemotaktisch angelockt, kann sich die akute Entzündungsreaktion verstärken. Ohne Therapie bilden sich große Harnsäuredepots, sog. Tophi, die zur Gelenkzerstörung führen.

Ursache einer primären Hyperurikämie (90 Prozent der Fälle) ist meist eine genetische Veranlagung. Es liegt eine Störung der Harnsäuresekretion in den Nieren vor. Die sekundäre Hyperurikämie (10 Prozent der Fälle) wird beispielsweise durch Nierenerkrankungen, bösartige Tumoren oder Alkoholkonsum verursacht.

Etwa 25 Prozent der Gesamtbevölkerung weisen einen erhöhten Harnsäurespiegel auf. Treten Symptome auf, spricht man von einer Gicht. Etwa 10 Prozent der Patienten mit einer Hyperurikämie erkranken irgendwann an einer Gicht.

Die wichtigste Differentialdiagnose der Gicht ist die septische Arthritis. Finden sich beispielsweise bei einer Gelenk-oder Tophuspunktion Bakterien und Harnsäurekristalle, ist von einer aseptischen Arthritis auszugehen.

Man unterscheidet:

Asymptomatische Hyperurikämie:

Erhöhte Harnsäurespiegel im Blutserum sind häufige, aber meistens harmlose Befunde (Zufallsbefunde). Eine Harnsäurebestimmung im 24-Stunden-Urin ist sinnvoll. Ist der Harnsäurewert dann erhöht, muss eine weitere Abklärung erfolgen. Normalerweise wird keine medikamentöse Therapie eingeleitet, man beschränkt sich auf Diätempfehlungen:

  • langsame Normalisierung Körpergewicht
  • Trinkmenge über 1,5 Liter pro Tag
  • ggf. Reduktion des Alkoholkonsums
  • Verzicht auf purinhaltige Nahrungsmittel (Innereien, Hülsenfrüchte, Bier, etc.)
  • Medikamente auf Indikation überprüfen

Akuter Gichtanfall:

Plötzlich einsetzende, sehr schmerzhafte Entzündung eines Gelenkes. Das betroffene Gelenk ist deutlich berührungsempfindlich, überwärmt, gerötet und geschwollen. Oftmals tritt auch Fieber auf. Betroffen ist sehr häufig das Großzehengrundgelenk (Podagra). Ohne spezifische Therapie dauert ein akuter Gichtanfall meist nur wenige Tage. Der Zeitraum zwischen den Anfällen ist symptomfrei.

Die Harnsäurewerte im Blutserum können erniedrigt sein. Typisch sind aber erhöhte Entzündungsparameter wie beispielsweise die Blutsenkungsgeschwindigkeit und die weißen Blutkörperchen.

Interkritische Gicht:

Hierbei handelt es sich um ein symptomloses Stadium zwischen zwei Gichtanfällen

Chronische Gicht:

Wird die Gicht nicht konsequent therapiert, treten Gichtanfälle in immer kürzeren Abständen auf. Die Intensität ist zwar weniger ausgeprägt, aber der Anfall dauert länger. Es lagern sich Harnsäurekristalle in Gelenknähe an, beispielsweise in Knochen und umgebende Weichteile. Es bilden sich kleine, schmerzlose, nicht verschiebliche Knoten (Tophi). Diese finden sich häufiger an der Ohrmuschel, am Unterarm, an der Achillessehne, an der Ferse und am Schlüsselbein. Die Gicht-Tophi können sich öffnen und Infektionen begünstigen.

Eine Langzeitfolge der Gicht können Nierenschäden sein. Ursache sind dann haufig Harnsäuresteine (Urate), die z.B. eine Nierenkolik auslösen können. Im Röntgenbild sind Uratsteine nicht schattengebend und können so gut von anderen Steinen unterschieden werden.


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