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Die Fachärzte für Innere Medizin in der internistischen Praxis Mönkebergstraße

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Vorhofflimmern

Beim gesunden Menschen erreichen im normalen Sinusrythmus des Herzens die elektrischen Impulse, die vom Sinusknoten ausgehen, den Atrioventrikulärknoten (AV-Knoten) regelmäßig. Von dort wird die rhythmische Erregung auf die Herzkammern weitergeleitet. So entsteht ein regelmäßiger Herzschlag. Beim Vorhofflimmern führen kreisende Erregungen im Vorhof dazu, dass die rhythmischen Impulse unterdrückt werden.

Die Herzvorkammern werden beim Vorhofflimmern elektrisch mit einer sehr hohen Frequenz von 300 bis 500 Schlägen pro Minute erregt. Charakteristisch zeigen sich im EKG sogenannte "Flimmerwellen" und völlig arrhythmische Abstände zwischen den einzelnen Herzmuskelkontraktionen. Der koronare Widerstand im Herzen ist erhöht. Das Herzzeitvolumen, d.h. das Volumen des Blutes, welches in einer Minute vom Herz über die Aorta ascendens in den Blutkreislauf gepumpt wird, sinkt und die Herzfrequenz steigt.

Das Schlaganfallrisiko ist bei Vorhofflimmern stark erhöht. Die festen und flüssigen Bestandteile des Blutes werden durch das Flimmern nicht mehr genügend durchmischt. Dies führt zu Verklumpungen und Gerinnseln in den Vorkammern. Mit dem Blutstrom können sie in die Blutbahn gespült werden und beispielsweise im Gehirn zu Gefäßverstopfungen führen.

Neuere Studien haben ergeben, dass Vorhofflimmern zu elektrischen und strukturellen Veränderungen am Herzen führt. Diese begünstigen sowohl das Wiederauftreten als auch das dauerhafte Anhalten von Vorhofflimmern. Dadurch wird Vorhofflimmern auch zu den chronisch progredienten (zunehmend schwerer Verlauf) Erkrankungen gerechnet.

Ursachen sind u.a.:

  • koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Linksherzinsuffizienz
  • Herzmuskelerkrankungen
  • Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen
  • Hypertonie
  • Übergewicht
  • familiäre Belastung
  • Hypertyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Lungenerkrankungen

Viele Patienten bemerken das Vorhofflimmern kaum, oft bleibt es wenig symptomatisch oder asymptomatisch. Von Patienten werden als Symptome häufig

  • verminderte Belastbarkeit
  • thorakaler Druck
  • unregelmäßiger Puls
  • Angstgefühle
  • Palpitation und
  • vermehrte Schweißneigung

genannt. Viele schieben die verminderte Belastbarkeit auf das vorgerückte Alter.

Grundlagen der Diagnostik bei Vorhofflimmern sind:

  • Anamnese ( Frage nach Alter, Vorerkrankungen (Schlaganfall, TIA, Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus, COPD, Herzklappenfehler, Schilddrüsenüberfunktion))
  • klinische Untersuchung (Lungenstauung, periphere Ödeme, Herzgeräusche, Laborwerte)
  • EKG

Therapieziele sind

  • Vorhofflimmern zu verhindern
  • arterielle Embolien bei Vorhofflimmern zu vermeiden
  • den Sinusrhythmus zu erhalten (ggf. auch nur eine Herzfrequenzregulation)

Der betroffene Patient sollte so früh wie möglich zur medikamentösen oder elektrischen Rhythmisierung unter Thombembolieprophylaxe zum Kardiologen oder ins Krankenhaus überwiesen werden.

Die medikamentöse Blutverdünnung stellt bei Vorhofflimmerpatienten einen wichtigen Bestandteil der Behandlung dar. Hierdurch lassen sich folgenschwere Schlaganfälle verhindern. Das Ausmaß und die Dauer einer Blutverdünnungstherapie müssen individuell vom behandelnden Arzt angepasst werden, wobei die Begleiterkrankungen des Patienten berücksichtigt werden müssen.

Die Rhythmusstabilisierung wird zunächst auf medikamentöser Basis vorgenommen. Tritt keine Besserung ein oder treten schwerwiegende Nebenwirkungen auf, wird in der Regel eine Katheterablation durchgeführt. Mit Hilfe eines Spezialkatheters werden mit Hochfrequenzstrom kleine punktförmige Verödungsnarben im Herzgewebe gesetzt, um die Ausbreitung der elektrischen Impulse einzuschränken. 

Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind ein chirurgischer Eingriff und eine Herzschrittmachertherapie.

Erläuterungen:

  • TIA: transistorische ischämische Attacke. Sie bezeichnet eine vorübergehende neurologische Ausfallserscheinung, die nicht länger als 24 Stunden anhält. Ursache ist meist eine umschriebene Durchblutungsstörung einer Gehirnregion.
  • COPD: chronisch-obstruktive Lungenerkrankung
  • Sinusrhythmus: normaler, regelmäßiger Herzschlag des Menschen
  • Palpitation: bewusste Wahrnehmung des eigenen Herzschlags (zu langsam, zu schnell, unregelmäßig oder normale Geschwindigkeit)

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