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Die Fachärzte für Innere Medizin in der internistischen Praxis Mönkebergstraße

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Koronare Herzerkrankung (KHK)

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) ist die Manifestation der Arteriosklerose an den Herzkrangefäßen. Die Erkrankung verläuft häufig jahrelang ohne Anzeichen von Symptomen. Je mehr Verschlüsse (Stenosen) an den Herzgefäßen entstehen, desto größer wird das Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und –angebot. Das Herz wird nicht mehr richtig durchblutet. Klinisch äußerst sich dies als Angina pectoris.

Folgende beeinflussbare Risikofaktoren begünstigen das Auftreten bzw. beschleunigen eine KHK:

  • Rauchen
  • Diabetes mellitus
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht (insbesondere abdominelle Adipositas)
  • erhöhte Blutfette
  • psychosoziale Belastungen: Depressionen, Stress, fehlender sozialer/emotionaler Rückhalt
  • niedriger sozioökonomischer Status

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren sind:

  • Alter
  • männliches Geschlecht
  • familiäre Belastung

Man unterscheidet die stabile Angina pectoris und die instabile Angina pectoris. Ein schwerer Angina-pectoris-Anfall geht mit Schweißausbrüchen, Tachycardie und ggf. mit Blutdruckabfall einher.

Symptome der stabilen Angina pectoris:

  • Reproduzierbarer thorakaler Schmerz, meist hinter dem Brustbein lokalisiert
  • Brennender, drückender Schmerz
  • Atemnot
  • Angst
  • Ausstrahlung in den Hals, den linken Arm, den Rücken oder den Oberbauch kann vorkommen
  • Auslöser: körperliche Belastung, Aufregung, starke Kälte

Symptome der instabilen Angina pectoris:

  • Beschwerden von zunehmender Dauer und Intensität, die in Ruhe oder bei Belastung auftreten
  • Keine prompte Besserung auf körperliche Schonung oder kurz wirksame Nitrate.

Schweregrad der Angina pectoris nach Canadian Cardiovascular Society (CCS)

  • CCS 1: Beschwerdefreiheit unter Alltagsbelastungen; Angina pectoris nur bei plötzlicher oder dauerhafter körperlicher Belastung.
  • CCS 2: Angina pectoris bei stärkeren Anstrengungen wie Bergsteigen und schnellem Treppensteigen; Beschwerden bei Kälte, Wind oder psychischer Belastung
  • CCS 3: Angina pectoris bereits bei geringer körperlicher Belastung wie leichter Hausarbeit oder An- und Auskleidung
  • CCS 4: Beschwerden bei geringster körperlicher Belastung oder in Ruhe

Zu den Untersuchungen bei Angina pectoris gehören Ruhe-EKG, Echokardiographie, Belastungsuntersuchungen (Fahrrad-Ergometrie), Langzeit-EKG, Röntgen-Thorax, CT und MRT, Herzkatheteruntersuchung und Laboruntersuchungen.

Viele Erkrankungen im thorakalen oder herznahen abdominalen Bereich können Angina-pectoris-ähnliche Beschwerden hervorrufen. Dazu gehören Erkrankungen wie Lungenembolie, HWS- und BWS-Syndrom, Ulkusleiden, Panikattacken.

Allgemeine Therapiemaßnahmen zur Reduktion der Risikofaktoren:

  • Rauchstopp
  • gesunde Ernährung
  • Abbau von Übergewicht
  • körperliche Aktivität
  • antihypertensive Therapie
  • Diabetes Einstellung
  • psychosoziale Maßnahmen

Das Ziel einer medikamentösen Therapie ist die Besserung der Angina-pectoris-Symptome (Anfallsprophylaxe), Vorbeugung Herzinfarkt und die Verlangsamung der KHK-Prozesse.

Medikamentöse Therapiemöglichkeiten

  • Thrombozytenfunktionshemmer verhindern Herzinfarkte und Schlaganfälle
  • Betablocker wirken auf Herzfrequenz, Kontraktilität und Blutdruck und verringern den Sauerstoffverbrauch des Herzens
  • Nitrate senken die Vor- und Nachlast am Herzen, der Sauerstoffverbrauch sinkt
  • Kalzium-Kanalblocker senken die Nachlast am Herzen und die Kontraktilität (Achtung: Kalziumantagonisten mit antiarrhythmischer Wirkung nicht zusammen mit Betablockern einsetzen!)
  • ACE-Hemmer senken den Blutdruck und verringern die Nachlast
  • Lipidsenker

Operative Therapie:

  • PTCA, Stenting: die Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie (PTCA) ist ein Verfahren, um verengte Herzkranzgefäße (Koronararterien) zu erweitern. Anschließend Einlage eines Stents. Verfahren führt in der Regel zu einem deutlichen Rückgang der Beschwerden bei stabiler Angina pectoris. Bei Hauptstammstenosen kontraindiziert.
  • Bypass-Operation wird beispielsweise bei einer linkskoronaren Hauptstammstenose eingesetzt.

Die kardiologische Rehabilitation ist ein wichtiger Bestandteil der umfassenden Versorgung von Patienten mit KHK. Dabei geht es um folgende Inhalte und Ziele:

  • Verbesserung der kardiovaskulären Risikokonstellation: Schulung und praktische Erprobung nichtmedikamentöser Maßnahmen sowie Optimierung der medikamentösen Therapie
  • Steigerung der körperlichen Leistung: Mobilisierung des Patienten, Ausdauer- und Krafttraining
  • Verbesserung der Lebensqualität durch Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung und der Stressbewältigung, bei Bedarf Behandlung von Depressionen und Angststörungen
  • Erreichen einer sozialen (Re-)Integration in Beruf und Familie

Die ischämischen Herzerkrankungen sind die dominierende Todesursache in den westlichen Industrieländern und der wichtigste Grund für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz.


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